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Kampf der Klimakulturen in den Medien

13. November 2007

Ende Oktober haben sich 17 Wissenschftler der Leibniz Gesellschaft mit einem Zwischenruf in die Kontroverse um den Klimatologen Stefan Rahmstorf vom Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung (PIK) eingeschaltet.

Stefan Rahmstorf hatte in einem Artikel, welcher in gekürzter Version auch in der FAZ erschienen ist, einigen Medien vorgeworfen, dass sie einerseits recht gesicherte wissenschaftliche Erkenntnisse ignorieren und andererseits zu unkritisch und unvorsichtig Auffassungen von sogenannten Klimaskeptikern verbreiten, welche den Klimawandel als bloßes Märchen abtun. Sehr sachlich setzt sich Rahmstorf in seinem Artikel, mit einigen Medienberichten auseinander und enttarnt flugs den einen oder die andere selbst ernannte „Zukunftsforscherin“ oder „Klimaexperten“ als Scharlatan. Seit dem schlägt ihm der Wind in den Medien teilweise hart ins Gesicht. Spiegel Online und Welt veröffentlichten Artikel in denen der Klimatologe rabiater Methoden bezichtigt und als lautester Klimawissenschaftler bezeichnet wird. Auf die Spitze getrieben werden die Anschuldigungen in der FAZ durch eine Antwort der geschlagenen Klimaskeptiker. Anstatt sich inhaltlich mit den Argumenten Rahmstorfs auseinanderzusetzen, schwingen sie die Verbalkeule:

Der Klimaforscher Stefan Rahmstorf ist ein sehr erfolgreicher Mann. Sein Sieg auf allen Kanälen der öffentlichen Meinungsbildung ist total. In allen Talkshows trat er schon auf, in Radio, Funk und Fernsehen ist er omnipräsent. Der Klimaforscher am Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung ist ein Medienstar.

Ich gebe zu, das ich die Sendungen von Will, Maischberger, Plasberg & Co meistens schwänze, doch ich muss sie auch nicht alle gesehen haben, um festzuhalten, dass dieser Mensch nicht omnipräsent ist. Auch eine nicht repräsentative Umfrage unter Freunden hat ergeben: Der Mann ist kein Medienstar – den kennt (fast) kein Mensch. Jeder halbwegs aufmerksame Leser wird bei so viel Absolutisemen (allen, total, omnipräsent) sowieso hellhörig.

Doch es kommt noch schlimmer: Rahmstorf wird vorgeworfen einen „heiligen Krieg“ und „schwarze Listen“ mit Namen von unbeugsamen Querulanten zu führen, die freie Meinungsäußerung zu unterdrücken und den „Endsieg in der Klimadebatte“ anzustreben.

Dies ist alles so abstrus, dass es eigentlich keine Beachtung finden sollte. Leider werden die Klimasketiker, aller wissenschaftlicher Fakten zum Trotz, noch immer von den Medien hofiert. Aus diesem Grund sind die Beiträge von engergierten Klimatologen wie Rahmstorf so wichtig. Und aus diesem Grund ist es wichtig die Replik der Klimaskeptiker als das zu entlarven was sie ist: eine verbale Entgleisung!

Somit tut es gut, dass nicht nur einige Journalisten (z.B. in der taz und der Welt ) sowie Rahmstorf selbst die Replik der Skeptiker und die Rolle einiger Medien kritisieren, sondern, wie kürzlich geschehen, auch die 17 Wissenschaftler der Leibniz Gesellschaft.

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