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Zahlen zur Globalisierungsfalle

13. November 2007

FrachtschiffIn unserem Basistext haben wir den Zusammenhang von Welthandel und Klimazerstörung diskutiert und behauptet: Globalisierung und Klimaschutz gehen nicht zusammen. Neue Daten des statistischen Bundesamtes unterstützen diese Behauptung. Die wichtigsten Zahlen aus der heutigen Pressemitteilung zur umweltökonomischen Gesamtrechnung des Amtes:

  • Etwa 43% (=300 Mio. t) der deutschen CO2-Emissionen fielen bei der Produktion von Exportgütern an. Seit 1990 ist dieser Teil der Emissionen um 24% gewachsen.
  • 2005 sind beim Transport von deutschen Import- und Exportgütern außerhalb der deutschen Grenzen rund 61 Millionen Tonnen CO2 entstanden. Das sind rund 5 Millionen Tonnen mehr als beim gesamten Gütertransport im Inland. 1995 lagen die CO2-Emissionen der internationalen Gütertransporte mit rund 42 Millionen Tonnen dagegen noch deutlich unter denen der Inlandstransporte (50 Millionen Tonnen).
  • Der Flugverkehr von und nach Deutschland wächst rasant. Zwischen 1995 und 2005 sind die Beförderungsleistungen um circa 60% und die CO2-Emissionen der Luftfahrt um 48% (von 23 Millionen Tonnen auf 34 Millionen Tonnen) angestiegen.

Einmal mehr zeigen diese Zahlen, dass die ökonomische Globalisierung ein Klimakiller ist. Und einmal mehr zeigt sich, dass wer vom Klima reden will, von Globalisierung nicht schweigen darf. Zumindest bei dem ersten Punkt kann man zwar einwenden, dass die Energiebilanz beim Produzieren in anderen Ländern eventuell noch viel schlechter ausfallen könnte, es also gut ist, dass all diese Produkte in Deutschland und nicht anderswo hergestellt werden (sieht man einmal vom Verkehr ab). Aber genauso unauffällig wie verräterisch ist in diesem Zusammenhang der folgende Satz:

„Während steigende Exporte zu einem erhöhten Energieverbrauch und zu erhöhten Emissionen im Inland führen, entlasten Importe die Ressourcennutzung in Deutschland. So haben insbesondere die stark gestiegenen Importe von Vorprodukten, aber auch die Einfuhr von Fertigerzeugnissen, Teile der inländischen Produktion ersetzt und damit den Energieverbrauch und die CO2-Emissionen im Inland reduziert.“

Denn das heißt im Klartext nichts anderes als: Wir können von Glück sprechen, dass unsere Klima-Bilanz nicht noch dramatischer ausfällt. Denn ein Großteil unserer Emissionen haben wir erfolgreich in die „Werkbänke“ dieser Welt, z.B. nach China exportiert. In just jene Schwellenländer, von denen wir nun einen Einstieg in den Klimaschutz fordern.

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