Archive for März 2008

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Welt der Autos (1)

18. März 2008

feinstaub_verkehr_400q.jpgIch habe heute mit meiner Familie den Versuch unternommen nur mit öffentlichen Verkehrsmitteln sowie mit einem Kinderwagen und einem Rucksack zu den Großeltern aufs Land zu kommen. Als Städter musste ich mal wieder feststellen wie sehr die Infrastruktur ländlicher Regionen auf Spritschleudern ausgerichtet ist. Read the rest of this entry ?

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Biokraftstoffziel der EU in der Kritik

13. März 2008

biokraftstoffe-2.jpgBei einer Anhörung im Europäischen Parlament haben Experten in der letzten Woche unter anderem das 10%-Ziel für Biokraftstoffe der EU als zu beliebig kritisiert. Strittig blieb, ob es möglich ist durch die Formulierung von Nachhaltigkeitskriterien negative ökologische und soziale Effekte des Biokrftstoffziels zu verhindern oder nicht.

Eine neue Studie der Netherlands Environmental Assesment Agency (MNP) bezieht diesbezüglich klar Stellung: Biokraftstoffe können Nichts zur Nachhaltigkeit des Verkehrssektors beitragen! Auch wenn die Nachhaltigkeitskriterien noch so gut durchdacht sind, argumentieren die Autoren, werden sich negative Effekte wie z.B. steigende THG-Emissionen und der Verlust von Biodiversität einstellen. Die Studie der MNP stellt die erste externe Evaluation von Biokraftstoffkriterien dar, welche Eingang in den Vorschlag für eine EU Direktive zu Erneuerbaren Energien findet. Read the rest of this entry ?

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RWE: Der Dreck muss weg

13. März 2008

RWE hat ein Problem: RWE macht Wolken. Nicht irgendwelche Wolken, sondern so dunkle, die aus den Schornsteinen der Kohlekraftwerke kommen und viel CO2 enthalten. Das gefällt vielen Menschen nicht, deswegen muss der Dreck aus den Schornsteinen weg. Und da hat sich RWE mal bei seinen Konkurrenten umgesehen – und ist fündig geworden!

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Notebook of Happiness and Sustainability

10. März 2008

Ein Nachtrag zu meinem Konsumrecherchen: Asus hat auf der diesjährigen Cebit ein Ecobook vorgestellt – das Notebook für den modernen kritischen Konsum. Der Clou: Die Oberfläche des Gehäuses ist teilweise aus Bambus (Falls sich nun eine/r fragt: Nein, keine Sorge, ansonsten ist alles wie bei anderen Notebooks). Auf die Frage, ob Bäumefällen den unbedingt ökologisch sei, sagt der Asus-Pressesprecher: „Bäume wachsen nach. Die konventionellen Baustoffe rund um Plastik benötigen Erdöl.“ Schön, wenn Umweltschutz so einfach ist. (Kein Wort davon bspw. dass heute ein PC eine Lebensdauer von 2 Jahren hat. 1997 waren es noch 7 Jahre).

Natürlich wird das Ding im oberen Preissegment angesiedelt sein. Der nächste Lohas-Trend?

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Klimaschützer im Konsumrausch

8. März 2008

Bei meinen Recherchen für einen Vortrag zu Klimawandel und Konsum bin ich über drei Dinge gestolpert, die mir zu Denken geben und die ich Euch nicht vorenthalten möchte

1. Der neue Trend aus den USA, von dem wahrscheinlich einige schon gehört haben, sind die LOHAS, also Menschen, die den Lifestyle of Happiness and Sustainability pflegen. Ihr Credo: Wer nicht konsumiert, verpasst es, unsere Gesellschaft hin zu mehr Nachhaltigkeit zu lenken. Da liegt es nur nahe, dass auf Internetplattformen wie lohas.de auch Autos wie der Lexus RX 400h mit Hybridantrieb gehypt werden. Nun können endlich auch SUV-Fahrer (s. Foto) ihr Gewissen beruhigen.

2. Am 2. April 2007 hat die Gesellschaft für Konsumforschung in Nürnberg eine Studie mit dem Titel „Klimawandel belebt Binnennachfrage“ veröffentlicht. Tenor: Das wachsende Umweltbewußtsein treibt den Konsum von nachhaltigen Produkten an.

3. Schaut man sich die CO2-Intensität unseres Wirtschaftens an, dann fällt auf, dass in vielen Industriestaaten die Menge CO2, die zur Erzeugung eines Dollars Bruttoinlandsprodukt aufgewendet werden muss, zwischen 1990 und 2004 deutlich gesunken ist – d.h.: Wir konsumieren immer nachhaltiger. Stellt man dem dieGesamt-CO2-Emissionen der Staaten gegenüber, ist die Bilanz allerdings enttäuschend: Wenn überhaupt, dann ist der Gesamtausstoß um deutlich weniger gesunken. Soll heißen: Wir konsumieren immer nachhaltiger, aber auch immer mehr. Wachstum frisst Nachhaltigkeit!

Irgendwie schräg, wenn angesichts dieser Zahlen der Klimawandel die Deutschen zu immer mehr Konsum antreibt, oder?

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Atlas der Klimaretter

7. März 2008

klimaretter-atlas.jpgAuf der Seite Wir Klimaretter gibt es neuerdings einen Atlas der Klimaretter. Dabei handelt es sich um eine Karte, auf der mit Stecknadeln Initiativen und Gruppen verzeichnet werden, die sich für eine andere Klimapolitik einsetzen. Eine gute Idee, denn so lässt sich in Zukunft gut nachvollziehen wo sich bereits Widerstand gegen Kohlekraftwerke und faule Klimapolitik regt. Vielleicht erleichtert dies auch den Kontakt zwischen den Gruppen und zu neuen Mitstreiterinnen. Auf eine ähnliche Karte von den Grünen hatten wir bereits zu einem früheren Zeitpunkt aufmerksam gemacht. Komplett ist der Atlas der Klimaretter noch nicht. Allerdings können sich Gruppen einfach online in die Karte eintragen. Unsere attac AGs und Gruppen fehlen auch noch!

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Ich sehe den Wald vor lauter Autos nicht

5. März 2008

Eine neue Studie im Auftrag der Europäischen Umweltagentur fährt Sigmar Gabriel in die Parade: Die Forscher sehen im Verkehrssektor ein Haupthindernis beim Erreichen der Kyoto-Ziele. Dieser Sektor wachse nämlich überproportional stark und werde momentan auch nicht durch technische Innovationen auf einen umweltfreundlicheren Pfad gelenkt. Insbesondere hat die freiwillige Selbstverpflichtung der europäischen Autobauer seltsamer Weise nicht zu den geplanten Zielen geführt.

Professor McGlade, der die Studie mitverfasst hat, rät denn auch zu sofortigen Maßnahmen: „Der Verkehr war zu lange ein Trittbrettfahrer bei der Bekämpfung der Erderwärmung und der Kohlenstoffemissionen (…).Wir können weniger effiziente Verkehrsarten nicht weiter privilegieren“. Genau das sehen aber einige Politiker und die deutschen Autobauer ganz anders: Gabriel setzt sich zusammen mit Merkel für weniger strenge Grenzwerte bei der EU Kommission ein und Porsche sieht den Lebensstil seiner reichen Kunden in London durch eine höhere Maut gefährdet.

Natürlich muss den Autokonzernen nach ihrer gescheiterten Selbstverpflichtung mit strengen Grenzwerten begegnet werden. Während also die EU-Umweltminister (unter ihnen auch Auto-Gabriel) in Brüssel über Regeln zur Senkung des Spritverbrauchs von Neuwagen beraten, hat der BUND schon ein Konzept für europäische Verbrauchs-Limits bei PKWs vorgelegt. Dieses nimmt vor allem die schweren Premium-Segmente ins Visier, hier werden empfindliche Strafen fällig. Was die EU allerdings letztlich festlegen wird, bleibt abzuwarten. Das Treffen der EU-Umweltminister ging erst mal ergebnislos zu Ende.

Autos, Autos, Autos. Mal mit mehr, mal mit weniger CO2-Ausstoß. Was über diesen Zirkus hinaus endlich notwendig wäre und worüber in Zeiten einer möglichen Bahnprivatisierung nicht gern geredet wird, ist ein massiver Ausbau des öffentlichen Nah- und Fernverkehrs, um die strukturelle Vormachtstellung des Autos zu brechen. Im Nahverkehr muss die Taktung der Verbindungen erhöht und strecken erweitert werden. Gleichzeitig muss das Preisniveau gesenkt werden, um eine echte Alternative zum Auto zu werden. Erst recht in Zeiten steigender Ölpreise keine unmögliche Forderung. Und die Bahn als Fernverkehrsmittel muss auch dem öffentlichen Wohl dienen – nicht den großen Taschen einiger Aktionäre. Die Konkurrenz zu den Billigfliegern könnte leicht mit einer längst überfälligen Kerosinsteuer und der Einbindung in den Emissionshandel auf faire Ausgangsbedingungen gestellt werden. Kurzum: Etwas mehr gedankliche Turnübungen und Kreativität ist den sogenannten „Entscheidungsträgern“ schon zu wünschen, denn das Auto ist wahrlich nicht der Weisheit letzter Schluss.