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RWE: Der Dreck muss weg

13. März 2008

RWE hat ein Problem: RWE macht Wolken. Nicht irgendwelche Wolken, sondern so dunkle, die aus den Schornsteinen der Kohlekraftwerke kommen und viel CO2 enthalten. Das gefällt vielen Menschen nicht, deswegen muss der Dreck aus den Schornsteinen weg. Und da hat sich RWE mal bei seinen Konkurrenten umgesehen – und ist fündig geworden!

RWE, der europaweit größte Emittent von CO2, propagiert nun ebenso wie andere große Energiekonzerne die Ära der sauberen Kohle – natürlich nicht ganz uneigennützig. Während Vattenfall in Hamburg-Moorburg beim Bau eines neuen Kohlekraftwerkes schummelt, um den argumentativen Balanceakt für den Neubau von Kohlekraftwerken wenigstens halbwegs sauber zu absolvieren (indem nämlich die Inbetriebnahme der noch nicht entwickelten Technik einfach mal vorverlegt wird), haben Norwegen und die USA ihre versuche der CO2-Speicherung schon wieder aufgegeben – zu unwahrscheinlich schien ein positiver Ausgang der Versuche und zu hoch waren die Kosten.

Doch RWE ist auf Teufel Kohle komm raus darauf angewiesen, das CO2 der Kohlekraftwerke irgendwie zu speichern, denn der Konzern hat ja nun die ganzen schönen Kraftwerke – egal ist dabei, dass der Ausstoß nur reduziert und der Wirkungsgrad der Kraftwerke durch den hohen Energieverbrauch des CCS (Carbon Capture and Storage) reduziert wird. Natürlich muss dafür zunächst geforscht werden und das ist teuer.

Erstaunlich: Bei der Suche nach einem Dummen ist RWE doch tatsächlich fündig geworden. Heute vermeldet das Land Schleswig-Holstein zusammen mit RWE, dass nun in drei Gebieten des nördlichsten Bundeslandes Untergrundforschungen durchgeführt werden sollen. Es sollen unterirdische Lagerstätten für das CO2 gefunden werden. Nachdem im vergangenen Jahr schon 25 Millionen Euro für Forschungsaufträge verheizt wurden, soll es nun erst recht weiter gehen. Frei nach dem Motto: Ein blindes Huhn findet auch ein Korn.

Die Strategie dahinter ist klar: Die fossile Energiewirtschaft braucht momentan unbedingt ein Feigenblatt, um den Weiterbetrieb und den Neubau von Kohlekraftwerken im öffentlichen Diskurs irgendwie zu legitimieren. Dass die Technologie erst zur Verfügung stehen wird, wenn es zu spät ist, stört dabei wenig. Mit der Vision von „sauberen“ Kraftwerken soll der Wandel zu dezentralen Erneuerbaren Energien verhindert werden, auf dass die alten „Versorger“ weiterhin monopolistisch dicke Gewinne einstreichen können. Wir sollten dafür kämpfen, dass diese perfide Strategie genau so gut gekontert wird, wie die der Atomlobby mit ihren ach so CO2-armen und klimafreundlichen Zeitbomben.

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