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Biosprit: Auch zweite Generation zweite Wahl

18. April 2008

Zwischen all den schlechten Nachrichten endlich mal eine gute. So oder so ähnlich müssen die Vertreter der Agro-Sprit Industrie diese Woche gedacht haben. Denn Agro-Treibstoffe haben es gerade nicht leicht. Nicht erst mit Gabriels Panne stehen der Branche schlechte Zeiten ins Haus. Wegen der Nahrungsmittelkrise stehen sie unter Dauerbeschuss.

Dass von der Öffentlichkeit relativ unbemerkt jetzt in Sachsen die weltweit erste Pilotanlage in Betrieb gegangen ist, die die sog. Kraftstoffe der zweiten Generation herstellen soll, kommt da ganz gelegen. Von der Industrie werden schon seit längerem Hoffnungen auf die nächste Generation geschürt.

Durch das sog. Biomass-to-Liquid-Verfahren (BtL) sollen nicht nur herkömmliche Spritpflanzen, sondern jeglicher pflanzlicher Abfall in den Tank kommen – womit keine Konkurrenz zur Nahrung mehr bestünde. Außerdem ist der BtL-Sprit auch „Gabriel-sicher“, weil er, in seiner Struktur dem Diesel sehr ähnlich, eigentlich in allen Motoren funktioniert.

Allerdings hat auch diese Sache mehrere Haken:

  • Mit einem Herstellungspreis von etwas über einem Euro ist BtL etwa doppelt so teuer wie herkömmlicher Diesel und damit noch weit von der Marktreife entfernt.
  • Nach einer Überblicksstudie des Heidelberger Umwelt- und Energieinstituts sind BtL-Kraftstoffe mit einem Ausstoß von etwa 130 g CO2 pro km in einem durchschnittlichen PKW nicht viel klimafreundlicher. Wohlgemerkt: Die Studie bezieht sich ausdrücklich auf die CO2-Emissionen während der Herstellung, nicht auf die Menge, die aus dem Auspuff rauskommt. (Denn die wird ja, der Theorie nach, durch den Anbau der Pflanzen auch wieder gebunden.) Also eine miese Klimabilanz.
  • Weil Holz momentan auch für die Heizung sehr begehrt ist, sind auch für dieses Verfahren die Rohstoffe knapp.

Bei der Eröffnung war auch Sachsens noch-Ministerpräsident Milbradt als Ehrengast zugegen. Es scheint, als hätte Anlagenbetreiber Choren ein passendes Händchen für gute Symbolik..

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2 Kommentare

  1. […] trägt zu steigenden Lebensmittelpreisen auf dem Weltmarkt bei. Das hört sich für uns zunächst nicht neu an. Allerdings erscheint uns diese Nachricht trotzdem berichtenswert, da es eine kürzlich […]


  2. .



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