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OECD: Biokraftstoffpolitik ist teuer und ineffektiv

23. Juli 2008

Die Politik zur Förderung von Biokraftstoffen in OECD-Staaten ist teuer, aus klimapolitischen Erwägungen eher ineffektiv und trägt zu steigenden Lebensmittelpreisen auf dem Weltmarkt bei. Das hört sich für uns zunächst nicht neu an. Allerdings erscheint uns diese Nachricht trotzdem berichtenswert, da es eine kürzlich erschiene OECD-Studie ist, die zu diesem Ergebnis kommt. Und die OECD ist bekanntlich nicht eine von den üblichen Verdächtigen, die Ökos oder Globalisierungskritikern besonders gewogen ist. Doch tatsächlich kam die OECD schon in ihrem 2007 erschienen Agriculture Outlook zu einem ähnlichem Ergebnis.

Die ökonomische Analyse der OECD macht deutlich, dass Biokraftstoffe mittelfristig stark auf staatliche Beihilfen angewisen bleiben werden ohne jedoch einen substanziellen Beitrag zur Vermeidung von THG-Emissionen beizutragen. Trotzdem stieg die Produktion von Biodiesel und anderen Biokraftstoffen in den letzten Jahren erheblich (siehe Graphik). Die Empfehlung der Autoren der Studie lautet daher, dass anstelle von mehr Biokraftstoffen lieber an der Stellschraube des Energieverbrauchs im Transportsektor gedreht werden müsse. Wie wahr, wie wahr! Nur hat sich in der Vergangenheit bereits gezeigt, dass sich dies nicht durch vage Selbstverpflichtungen der Autoindustrie bewirken lässt. Hinzufügen ließe sich zudem, dass dies nicht nur für den Transportssektor gilt. Der Schlüssel zur Lösung des Problems liegt zu einem Großteil in der drastischen Reduktion unseres Energieverbrauchs und nicht in vermeintlich grünen Alternativen zu Kohle und Öl.

Hier geht es zur Pressemitteilung der OECD und hier zur Studie

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Ein Kommentar

  1. Zu:
    OECD: Biokraftstoffpolitik ist teuer und ineffektiv
    Bei diesem Artikel merkt man wieder einmal, dass nur kurzfristig und in der Regel einseitig berichtet, bzw. beobachtet wird. Daher einige Anmerkungen zur generellen Thematik der Biokraftstoffe.
    Biokraftstoff war nicht nur aus Umweltschutzgründen eine gute Idee. So lange sich die Ölkonzerne nicht um dieses Nischenprodukt ‚gekümmert‘ haben, war dies eine lobenswerte, Arbeitsplätze erhaltende und schaffende und auch umweltfreundliche Entwicklung in Europa und den USA. Es war nie gedacht, dass Biokraftstoffe eine alleinige Lösung der Energieprobleme darstellen oder gar die CO2-Problematik lösen können.
    Aber nun hatten diese Ölkonzerne nun mal erkannt, dass:
    1. Man als Ölkonzern eine ungeliebte Konkurrenz bekommt, insbesondere wenn die Ölpreise steigen.
    2. Man sehr gut mit diesem Nischenprodukt verdienen kann – insbesondere wenn man die ursprünglichen ‚Vorteile‘ etwas aus dem Blickwinkel schafft.

    Biokraftstoff war nicht so sehr wegen seiner CO2-Neutralität für Deutschland und Europa interessant.
    Biokraftstoff war eine Möglichkeit Arbeitsplätze z.B. in Deutschland und Europa zu erhalten und vielleicht auch einige neue zu schaffen ohne die Umwelt zusätzlich zu belasten oder andere Arbeitsplätze zu vernichten.
    Brachland und stillgelegte Ackerflächen (Stilllegung von der EU übrigens bezahlt!) konnten wieder kostendeckend bearbeitet werden. In Deutschland und Europa gab/gibt es landwirtschaftliche Überkapazitäten, die so nutzbringend ausgenutzt werden konnten. Der zweite Aspekt war die Möglichkeit vom Erdölimport etwas unabhängiger zu werden. Das Bioenergie auch noch weitgehend CO2-neutral ist, war ein Vorteil, der zur Förderung dieser Technik führte.
    Biokraftstoffe, bzw. Bioenergie wurde gefördert weil:
    1. Überkapazitäten nutzbringend ausgenutzt werden.
    2. Senkung der Importabhängigkeit.
    3. Weitgehende CO2-Neutralität.
    Die Punkte 1 und 2 haben multinationale Ölkonzerne natürlich nicht interessiert und daher haben diese Konzerne von Beginn an eine starke Lobbyarbeit gegen Biokraftstoffe betrieben.
    Die nationalen und auch europaweiten direkten Fördermaßnahmen wurden zusammengestrichen und durch indirekte Förderungen ersetzt.
    Dass diese neue ‚Förderung‘ (Beimengungspflicht) dieser Technik mehr schadet als nützt, ist diesen Konzernen egal. Dazu kommt ja, dass der Ölpreis seit Beginn der Wirtschaftskrise stark gefallen ist. Und die Konzerne kaufen ihren Biokraftstoff dort, wo er (von Ihnen!) am billigsten hergestellt werden kann, z.B. in Südamerika. Dass dort wirklich der Lebensmittelproduktion geschadet wird, ist natürlich ein willkommenes Argument gegen Biokraftstoffe.
    Der Ölpreis wird aber wieder steigen!
    Und vielleicht erkennen die europäischen Politiker wieder die Bedeutung der Punkte 1 und 2.



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