h1

Klimakonferenz in Poznan: Geht so.

9. Dezember 2008

Gerade tagt im polnischen Poznan die UN-Klimakonferenz. Halbzeit auf dem Weg von der Konferenz in Bali zur Konferenz in Kopenhagen im Dezember 2009, die ein neues Klimaregime für die Zeit nach 2012 aus der Taufe heben soll – und muss, wenn wir die allerschlimmsten Folgen des Klimawandels noch verhindern wollen.

Trauriger Eisbär in den Hallen der Klimakonferenz

Trauriger Eisbär in den Hallen der Klimakonferenz

Heute hat (nach einem muslimischen Feiertag gestern) die zweite Woche offizieller Verhandlungen angefangen. Wir werden ein klein wenig aus  Poznan berichten. Weitere gute Blogs und laufend Neuigkeiten gibt es hier:

Klima der Gerechtigkeit, Countdown to Poz’n’Hagen, Wir Klimaretter, Friends of the Earth International, Climate Action Network ECO Newsletter, Third World Network News Update.

Von großen Durchbrüchen kann ich bislang nicht berichten. Zum Beispiel ist eines der großen Themen hier Technologietransfer und Finanzierung. Auf dem Papier besteht Einigkeit, dass die Industrieländer die Entwicklungsländern massiv unterstützen müssen. Aber wenn’s konkret wird, wird gestritten.

Die Entwicklungsländer, zusammengeschlossen in der Gruppe der 77 und Chinas, haben einen konkreten Vorschlag (Zusammenfassung) gemacht, der ziemlich weit geht. Ärgerlich ist, dass die EU vage bleibt: Dass sie den G77-Vorschlag nicht mögen, veraten sie. Aber was sie stattdessen wollen, verraten sie nicht. Konkrete Vorschläge von der EU zu Technologietransfer? Fehlanzeige. Ziemlich peinlich für eine vermeintliche Vorreiterin – die sich auch woanders nicht gerade mit Ruhm bekleckert.

Übermorgen, am Donnerstag, fangen die Minister an, ihre Reden zu halten; am Freitag soll alles vorbei sein. Von dem, was die Minister sagen werden – wir müssen entschieden handeln, wir befinden uns mitten in der Klimakrise, dies ist eine der größten Herausforderungen der Menschheit, uns bleibt wenig Zeit,… – ist hier nicht so viel zu spüren. Noch ist ja ein Jahr Zeit  bis Kopenhagen und so wird hier in unzähligen, Gruppen, Untergruppen und Kontaktgruppen die Tagesordnung abgehandelt. Und wenn man sich nicht einigt, vertagt man sich.

So schlimm finde ich das alles nicht. Aber Mut macht es auch nicht. Kurz gesagt: Geht so.

Lutz Weischer ist gerade als Beobachter in Poznan und schreibt in diesem Blog für die Attac-AG G&Ö und WEED. Der Beitrag gibt seine persönliche Meinung wieder.

Advertisements

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s

%d Bloggern gefällt das: