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Kein Gipfel besser als dieser Gipfel?

8. Dezember 2009

Heute hat Barack Obama Rückenwind für den Klimaschutz bekommen. Die US-Umweltbehörde hat CO2 zum gefährlichen Stoff erklärt – damit hat der US-Präsident die Möglichkeit, in Kopenhagen größere Versprechungen zu machen, weil er nicht mehr unbedingt auf Senat und Kongress angewiesen ist. Der zweite Gipfeltag – ein Anlass für Optimismus?

Obwohl die Zeichen für einen Deal damit erstmals seit langem wieder gestiegen sind, wird der Gipfel aus ganz unterschiedlichen Richtungen heftig kritisiert. Auf der einen Seite natürlich die Klimaskeptiker der ersten Generation, die sich mit dem Climategate-Skandal an der University of East Anglia im Aufwind sehen: Wenn es keinen Klimawandel gibt, so braucht es auch keinen Klimagipfel. Klingt logisch, oder? Auch die zweite Generation der Klimaskeptiker bläst in ein ähnliches Horn. Die streiten den Klimawandel nicht an sich ab, halten aber Klimaschutz für Unsinn. Einen lauen Aufguss dieser These hat Björn Lomborg, ehemaliger Greenpeace-Aktivist, zum Gipfelauftakt bei Spiegel Online unterbringen können: Klimaschutz lohnt sich im Vergleich mit anderen Weltrettungsmaßnahmen nicht, weil die Kosten pro gerettetem Menschenleben höher sind als z.B. bei der Armutsbekämpfung (Dass man beides tun kann, kommt ihm offenbar nicht in den Sinn…).

Aber auch aus seriöserer Ecke kommt heftige Kritik: James Hanson, als Chef der NASA nicht unbedingt als Sozialrevolutionär bekannt, zweifelt erheblich am Sinn dieses Gipfels. Er packe das Problem nicht an der Wurzel, sondern agiere halbherzig. Schließlich habe auch niemand gefordert, die Sklaverei nur halb abzuschaffen und sich z.B. weltweit auf die Quoten für erlaubte Sklaven zu einigen. In diesem Sinne ist jeder Prozess, der nicht den Kohlenstoff-Austtoß insgesamt in Frage stellt, ein Irrweg.

Auch innerhalb der sozialen Bewegungen ist die Frage, ob man Kopenhagen „stützen oder stören“ soll, ziemlich umstritten. Einen guten Überblick über die Debatte gibt ein Heft der Rosa-Luxemburg-Stiftung. Einig sind sich aber alle, dass es bei den Verhandlungen momentan tatsächlich weder um echten noch gerechten Klimaschutz geht. Deswegen mobilisiert Attac auch mit dem Slogan: „Für ein ganz anderes Klimaabkommen!“ nach Kopenhagen. Nicht über ein paar Prozentpunkte oder die Ausweitung des Emissionshandels muss diskutiert werden, sondern über echte Veränderungen an Wirtschaft und Gesellschaft: massive Reparationszahlungen für den Süden, Zerlegung der Energiekonzerne, rapider Umstieg auf Erneuerbare Energien und Ausbau des ÖPNV, um nur ein paar Stichpunkte zu nennen. So lange über diese Dinge nicht geredet wird, ist Kopenhagen zum Scheitern verurteilt.

Chris Methmann

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One comment

  1. An eurer Stelle würde ich mir eher Sorgen um den verdeckten Kapitalismus der CO2-Panikmacher machen.

    http://noconsensus.wordpress.com/2009/11/13/open-letter/#comment-12025 (Die Klimadaten wurden bewusst gefälscht, es ist aufgeflogen, KEINER DER WISSENSCHAFTLER BESTREITET DIE ECHTHEIT DER BEWEISE – deutsche Presse schweigt…)

    Ich will nicht behaupten, dass der Mensch das Erd-Klima nicht beeinflusst hat. Allerdings ist es erschreckend zu sehen, zu welchen Mitteln gegriffen wird um die Menschen in Panik zu versetzen und letztendlich Maßnahmen zu ergreifen, die kaum etwas bringen…
    Aktionismus eben, hauptsache die Masse glaubt man setze sich für „das Gute“ ein, dabei geht es einem auch nur um das Geld (Ja ich meine den „ehrenwerten“ Al-Gore und seine Anhängerschaft).

    Schöne neue Welt…



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