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Stop-and-Go-Verhandlungen

10. Dezember 2009

Heute ist mein erster Tag im Bella Center in Kopenhagen, dem Schauplatz der Klimaverhandlungen. Seit einer Stunde sitzen wir im Saal „Hans-Christian-Andersen“ und warten darauf, dass die Industrieländer sich über ihre „targets“ streiten. Doch der erhoffte Showdown bleibt aus: Die Verhandlungen werden ausgesetzt, weil keine Einigung in Sicht ist. Wieder mal, das geht hier offenbar die ganze Zeit so.

Vorgestern gab es den Streit über den dänischen Text, der durchgesickert war und die Entwicklungsländer erbost hat. Gestern gab es Auseinandersetzungen innerhalb der G77, der Gruppe der Entwicklungsländer, weil Tuvalu mit einem Ersatzvorschlag für das Kyoto-Protokoll, das sog. Tuvalu-Protokoll, in die Verhandlungen gegangen ist. Tuvalu wollte strengere Emissionsstandards, die auch für Entwicklungs- und Schwellenländer gelten. Das wiederum fanden Indien, China und Saudi Arabien nicht so cool. Und jetzt sind die Verhandlungen schon wieder unterbrochen. Ist noch nicht so klar, was diesmal der Grund ist, aber es wird hier deutlich, dass die Vorbereitungskonferenzen kaum genutzt wurden, um wirklich schon was einzutüten. Die Staaten kommen hier mit ziemlich unterschiedlichen Vorstellungen an, Kompromissvorschläge gibt es kaum. So geraten die Verhandlungen immer wieder ins Stocken. Angesichts dieser Situation sind viele der hier anwesenden Beobachter verwundert über die weitgehend positive Berichterstattung in deutschen Medien.

Es wird sicher eine der entscheidenden Fragen sein, ob es den Entwicklungsländern gelingt, an einem Strang zu ziehen um so dem Norden die Stirn zu bieten. Das ist schwierig, denn Länder wie Indien und China haben als Mitglieder der G20 natürlich andere Interessen als z.B. Länder wie Tuvalu oder Mali – und sicher nochmal ganz andere als solche Länder wie Bolivien. Evo Morales hat vor einiger Zeit 10 Thesen vorgelegt, die ziemlich fundamentale Vorschläge unterbreiten („Kapitalismus vernichten“ z.B.). Ein sehr lesenswertes Dokument im übrigen, schließlich handelt es sich um eine offizielle Regierungsposition. Es wird spannend, wieviel von diesem kritischen Geist hier in den Verhandlungen zu spüren sein wird. Beeindruckend ist zumindest die Bereitschaft vieler Delegationen aus dem Süden, den Kampf um Klimagerechtigkeit aufzunehmen und notfalls z.B. mit dem Abbruch der Verhandlungen zu drohen.

Chris Methmann

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One comment

  1. „Hitler ist an der Erderwärmung schuld! Die Klimakonferenz-Religion und ihr Schwachsinn“

    http://freidemzen.wordpress.com/2009/12/08/hitler-ist-an-der-erderwarmung-schuld-die-klimakonferenz-religion-und-ihr-schwachsinn/

    Wie man sieht ist es mit den Anhängern der dogmatischen Weltklima-Religion immer das gleiche, jeder, der diese kritisiert wird persönlich angegriffen, man setzt sich nicht mit den Argumenten aus sondern feuert auf die Person – Rufmord heißt die Deviese – das ist immer dann der Fall, wenn die eigenen Argumente völlig haltlos sind!



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