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„Act Now!“

13. Dezember 2009
Die grosse Klimademo in Kopenhagen war sicherlich ein starkes Zeichen der globalen Zivilgesellschaft fuer einen ernsthaften Klimaschutz. Doch in dieser Staerke lag auch eine Schwaeche verborgen. Denn auf der Demo waren diejenigen Stimmen am deutlichsten hoerbar, die mit einem Appell an die Regierungsverantwortlichen hoffen, ein ehrgeizigeres Klima-Abkommen zu erreichen, als es bei dem derzeitigen Verhandlungsstand zu befuerchten ist. So wichtig und verstaendlich eine solche Hoffnung ist, uebersieht sie doch, dass die westlichen Regierungseliten in der Regel von viel maechtigeren Interessen bestimmt werden – allen voran den grossen fossilistischen Konzernen. Klimaschutz unterstuetzen sie nur, wenn er ihren politischen und oekonomischen Interessen entspricht – oder wenn er von den Menschen durch massiven politischen Druck erzwungen wird. Und hier kommen wir zu dem entscheidenden Punkt: Der Klimawandel ist eine zu entscheidende Bedrohung, um seine Loesung den Regierungen zu ueberlassen. Insbesondere wenn er nicht in erster Linie als Umweltproblem verstanden wird, sondern wenn wir Klimagerechtigkeit in einem viel weitergehenden Sinne erreichen wollen. Es geht um eine massive Umverteilung des globalen Reichtums in den globalen Sueden, um die Enteignung der Energiekonzerne und um ein Ende des erzwungenen Wachstumswahns. Und das bedeutet einen tiefgreifenden gesellschaftlichen Wandel.
Eine erfrischende Abwechslung war daher der Attac-Block, in dem sich mehrere hundert Attacies aus zahlreichen eurpaeischen Laendern versammelten. Mit lautstarken Parolen wie: „Our Climate – not your business. Our Climate – not for sale!“ oder „Change the System – not the Climate!“ machten sie einen klaren Unterschied zu appellativen Ansaetzen deutlich. Attac geht es eben nicht um „ein bisschen mehr und ein bisschen besser“, sondern um ein „ganz anderes Klima-Abkommen“, mit ganz konkreten und zugleich weitgehenden Massnahmen. Auch als die Polizei in die Demo hereinstuermte – und zeitweise auch Attacies einkesselte – blieben die Attac-Aktiven mit den Eingeschlossenen solidarisch, indem sie vor Ort praesent blieben. Der Grossteil der Demo lief jedoch leider unbeirrt zum Bella Center weiter.
Doch dem daenischen Staat wird es auch mit diesem vollkommen ueberzogenen Vorgehen nicht gelingen, die AktivistInnen einzuschuechtern. Der deutlichen Kritik wird in den naechsten Tagen durch Aktionen des zivilen Ungehorsams Ausdruck verliehen, an denen sich auch Aktive von Attac beteiligen. „Act Now!“ laesst sich in diesem Sinne also nicht nur als Appell an die Regierenden verstehen, sondern auch als an die Menschen selbst gerichtet.
Die Zukunft liegt in unserer Hand!
Hendrik Sander
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One comment

  1. Die Westler sind seit Hitler die grössten Ideologen.
    Kein Afrikaner käme auf die Idee, das “Klima” zu schützen — denn das ist weder schützbar noch berechenbar.

    Daher vermute ich, dass das ganze Klimagerede wieder mal nur Lobbyarbeit und Wirtschaftskorruption ist.

    Das Gehirn des H. sapiens ist schlicht zu klein, um global denken zu können. Zwar gibt es Internet und Computerprogramme, die global denken können (CeNSE), aber immer noch muss der Computer-Output von Primaten analysiert werden.
    So könnte es in 2 Jahren sogar zu einer Eiszeit kommen (after the tipping point…).
    Who knows???

    Wir sind ja nicht einmal in der Lage, die Vorgänge in Kundus (Afghanistan, Guttenberg und Oberst Klein) exakt zu analysieren — obwohl diese Vorgänge gerade mal nur 2 Monate zurückliegen.

    So schwach und impotent sind eben die primitiven höheren Primaten…



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