Archive for the ‘Erneuerbare Energien’ Category

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Volksbegehren gegen Braunkohle retten

22. Januar 2009

grafik_keine-neuen-tagebaue_02STELLEN SIE SICH VOR, ES IST KLIMAABSTIMMUNG IN BRANDENBURG UND IHR
BEITRAG KANN ENTSCHEIDEND SEIN!

Bis zum 9. Februar kann Brandenburg gegen neue Braunkohletagebaue und damit für ein Ende der klimaschädlichen Braunkohleverstromung unterschreiben.
Noch fehlen viele Unterschriften, damit das Volksbegehren ein Erfolg wird.

GENAU SIE können gemeinsam mit 80.000 BrandenburgerInnen dafür sorgen, dass:

  • das Land seine klimaschädliche Kohlepolitik aufgibt.
  • Mensch und Natur nicht von neuen Tagebauen vertrieben werden.
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Europa greift nach Wüstenstrom

6. Mai 2008

Solarthermiekraftwerk in ArizonaDer Mann am Tresen redet sich in Rage. Das macht er nach ein paar Bier gerne mal. Wild gestikulierend erklärt er seinen Zuhörern die Weltlage. Das Thema seines heutigen Vortrags: Der Klimawandel. Die Politik mache doch eh was sie wolle… und dann die Amerikaner. Dabei gebe es eine einfache Lösung für all die Probleme mit Energie und Klima und überhaupt: „Wenn man einfach die Sahara mit Solaranlagen zupflastern würde, wären die Energiesorgen der Industrieländer gelöst und der Klimawandel gestoppt.“ Read the rest of this entry ?

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Deutsche Klimaschutzpolitik – ungenügend!

19. November 2007

Der Countdown für die COP in Bali läuft. Bereits in zwei Wochen treffen sich die UN-FCCC Vertragsstaaten, um über die Zukunft der internationalen Klimapolitik zu beraten. Deutschland will sich international als Vorreiter profilieren. Dies gelingt am Besten, wenn die eigenen Hausaufgaben mit Bravour erledigt wurden. Im Klartext heißt das: Die Bundesregierung muss aufzeigen wie die eigenen Reduktionsziele erreicht werden sollen.

Eine im Auftrag von Greenpeace erstellte Studie des Instituts EUtech kommt jedoch zu dem Ergebnis, dass durch die in Meseberg anvisierten Klimaschutzmaßnahmen nicht 270 millionen Tonnen Treibhausgase (THG) eingespart werden, sondern nur 160 Millionen Tonnen. Auch das Umweltbundesamt kommt in einer Studie zur Wirkung der Meseberger Beschlüsse zu einem ähnlichen Schluss.

Die durch die Bundesregierung angekündigte 40-prozentige Reduzierung der THG-Emissionen bis 2020 gegenüber dem Jahr 1990 ist damit hinfällig. Das liegt vor allem am deutschen Kraftwerkssektor, der mit politischer Rückendeckung immer noch auf Kohlekraftwerke setzt: momentan werden 25 neue geplant, während an sechs weiteren gebaut wird. Auch durch die Zugeständnisse an die Autolobby (Merkel hat in Brüssel extra für Porsche & Co. interveniert) wird die Klimabilanz geschmälert. Für die Bundesregierung scheint es also kein Widerspruch zu sein, die größte Kraftwerks-Dreckschleuder auf dem europäischen Kontinent in Jänschwalde zu betreiben, neue Dreckschleudern zu bauen, den Automobilkonzernen höhere Emissions-Grenzwerte in Brüssel zu sichern – und gleichzeitig als Klimaschutzvorreiter nach Bali zu fahren. So viel Chuzpe muss eine Kanzlerin erst mal besitzen. Die Washington Post schreibt bezeichnender Weise:

„Deutschland, dessen Kanzlerin Angela Merkel starken Druck in Richtung stärkerer Einschnitte bei Treibhausgas-Emissionen von Entwicklungsländern ausgeübt hat, steht an der Spitze der europäischen Rangliste für Kohlendioxid-Ausstoß durch Energieerzeugung.“

Wir werden der Bundesregierung in Bali also genau auf die Finger schauen. Dass es auch anders geht, zeigt Greenpeace übrigens in seinem Klimaschutz Plan B auf.

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Etikettenschwindel in Kassel?

10. November 2007

windpark.jpgKürzlich berichteten eine Reihe von Zeitungen u.a. die taz und die Zeit, dass nun Kassel als erste deutsche Großstadt ihre Bürgerinnen ausschließlich mit Ökostrom beliefere. Doch was ist wirklich dran an dieser Geschichte? Sind die Stadtwerke Kassel ein grünes Vorbild für die vielen anderen deutschen Stadtwerke?

Natürlich ist es symbolisch ein schönes Ereignis, wenn ein regionaler Energieversorger seine Kunden mit sauberem Strom beliefert. Doch die vollmundige Ankündigung der Stadtwerke in Kassel hat gleich mehrere Haken:

Erstens werden nicht alle Kunden der Stadtwerke mit „sauberem“ Strom beliefert, sondern nur die Privatkunden. Für die Geschäftskunden (also etwa die Hälfte aller Kunden) bleibt alles beim alten.

Zweitens werden die Stadtwerke nicht wirklich zusätzlichen Ökostrom in das Netz einspeisen, sondern lediglich RECS-Zertifikate für ihren Strom einkaufen. Das RECS ist ein System zum Handel mit Erneuerbaren Energien. Gehandelt wird allerdings nicht der physikalische Strom, sondern nur dessen Umweltnutzen. Beides kann vom Erzeuger getrennt verkauft werden. Der Strom der Kasseler Bürger wird somit weiterhin überwiegend in dreckigen Kraftwerken von Eon & Co produziert. Einziger Vorteil: ein Erzeuger von Erneuerbaren Energien profitiert von dem Zukauf der RECS-Zertifikate und kann daher rentabler produzieren.

Drittens erstehen die Stadtwerke die RECS-Zertifikate bei Vattenfall, welcher nicht gerade der Prototyp eines Ökostromanbieters ist. Im Gegenteil: Vattenfall gehört in die Kategorie „Energieriesen“ und ist, oh Wunder, auch bereits an den Stadtwerken in Kassel beteiligt. Schlagzeilen machte der Konzern in der letzten Zeit vor allem durch Pannen in AKWs, die Planung neuer Kohlekraftwerke, steigende Preise und in der Folge den Verlust von 200.000 Kunden in Deutschland.

Dezentrale Strukturen, die auch mehr Versorgungssicherheit bringen sowie reale Investitionen in solare Technologien werden durch den „Wechsel“ in Kassel also nicht entstehen. Genau dies wäre aber notwendig.

Die Städte und Komunen sollten mehr Klimaschutz wagen und zu richtigen Ökostromanbietern wechseln oder in dezentrale Strukturen der sauberen Energieerzeugung investieren. Die Stromrebellen aus Schönau und andere fortschrittliche Komunen stellen die Meßlatte dar – nicht Kassel!

Weitere Infos zu RECS findet ihr hier. Infos zum echten Wechsel gibt es hier.