Archive for the ‘Klimabewegung’ Category

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Petition zur Freilassung von Tadzio Müller und den anderen Klimagefangenen

20. Dezember 2009

Tadzio Müller, ein Sprecher des Climate Justice Aktion Netzwerkes und Mitherausgeber von Turbulence wurde am Dienstag in Kopenhagen verhaftet. Für seine Befreiung und die von vielen weiteren KlimaaktivistInnen, die während der Aktionswoche für Klimagerechtigkeit in Kopenhagen inhaftiert wurden, wurde kurz darauf eine Petition gestartet.

Am Samstag wurde Tadzio nun vorerst freigelassen, allerdings sieht er sich noch immer mit zahlreichen Anklagepunkten konfrontiert. Andere KlimaaktivistInnen sind immer noch in Haft, weshalb auch weiterhin dazu aufgefordert wird, die Solidaritätspetition zu unterschreiben.

Unterstützt die Petition. Solidarisiert euch mit den Protesten!

Unterschreibt hier: http://www.petitiononline.com/Tadzio/petition.html

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Gastbeitrag einer Klima-Aktivistin zu einer Aktion am Freitag Morgen

20. Dezember 2009

Eigentlich befand ich mich heute morgen auf dem Weg zum Bella Center, um eine kleine Demo zu unterstützen. Dann ergab sich jedoch die Gelegenheit, an einer für mich sehr sinnvollen Aktion teilzunehmen, da sie ziemlich genau das ausdrückte, weswegen ich nach Kopenhagen gekommen war:
Wut über die von vornherein auf Grund der Verweigerungshaltung der reichen/reicheren Staaten zum Scheitern verurteilten Verhandlungen,
gesteigert durch ein Gefühl der Hilflosigkeit,
Scham aus einer der reichen westlichen Industrienationen zu kommen, die wirkliche Taten und faire Abkommen verhindern,
gepaart mit dem Wunsch, diesen Gefühlen Ausdruck zu verleihen.
Als ich von dem Plan erfuhr, sich vor dem Bella Center als Zeichen der Scham die Haare abrasieren zu lassen, entschloss ich mich daher spontan mitzumachen.

Elisabeth Pudimat

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Wie aus Enttäuschung, Scham und Zorn Bewegung entsteht

20. Dezember 2009

Niemand von uns hatte damit gerechnet, dass auf dem nunmehr 15. Klimagipfel ein Vertragswerk zustande kommen würde, dass auch nur seine eigene Tinte wert wäre. Solange die Folgen der Klimaerwärmung nicht direkt die Interessen der in die Regierungen investierenden Konzerne berühren,werden die Regierungen der Industriestaaten sich nur widerwillig auf ehrgeizige Reduktionsziele einigen. Und auch wenn die Reduktionsziele ehrgeiziger werden, so sollen die Reduktionen den Wünschen der Regierungen der reichen Länder gemäß am liebsten auf dem Rücken der Entwicklungs- und Schwellenländer erreicht werden. Im globalen Norden wird es dagegen heißen: „Business as usual“

Allein massiver Druck aus der Zivilgesellschaft wird hier zu nennenswerten Fortschritten in Richtung eines fairen Deals führen.

Dass die Menschen bereit sind gegen den Klimawandel an sich auf die Straße zu gehen, zeigten sie am 12. Dezember 2009 als etwa 100.000 Leute demonstrierend durch die Straßen von Kopenhagen zogen. Vor allem der Sehnsucht nach einem effektiven Abkommen wurde Ausdruck verliehen, Klimagerechtigkeit blieb hingegen ein Randthema. Die Demo war bunt und familienfreundlich – dennoch wurden nach einigen spärlichen Zwischenfällen über 900 DemonstrantInnen überwiegend willkürlich und präventiv verhaftet.

Gleich zu Beginn der Protestwoche hatte sich die Polizei also auf eine repressive Strategie der Kriminalisierung der Proteste festgelegt. Die vielen Festnahmen schädigten das Bild der AktivistInnen in der Öffentlichkeit. Denn viele BürgerInnen gehen pauschal davon aus, dass wer von der Polizei festgenommen wird, sicherlich auch kriminell – und damit wahrscheinlich gewalttätig – sein müsse.

Es waren gewiss nicht wenige, die sich von den vielen Festnahmen haben einschüchtern lassen. Für uns war der Kampf um Klimagerechtigkeit aber wichtig genug, um ihm mit weiteren Protesten Gehör zu verschaffen. Am Mittwoch den 16. Dezember nahmen wir deshalb zusammen mit etwa 4000 anderen AktivistInnen an einer vom Climate Justice Action Netzwerk initierten Demonstration unter dem Titel „Reclaim Power“ teil.

Die Demo richtete sich unter anderem gegen das Bestreben der westlichen Regierungen ein Abkommen zu erzielen, welches es Menschen aus Entwicklungs- und Schwellenländern faktisch verbieten würde, pro Kopf eben so viel CO2 auszustoßen wie Menschen aus Industriestaaten. Statt dessen sollten die Gesellschaften in den Industrieländern mit gutem Beispiel vorangehen und ihre Lebens- und Wirtschaftsweise so transformieren, dass alle Menschen ein gutes Leben führen können.

Auch der dominierende Lösungsansatz des Emissionshandels sollte grundlegend in Frage gestellt werden. Nicht nur ist es zutiefst fragwürdig, ein monetäres Äquivalent für die Verschmutzung der Atmosphäre zu definieren. Der Emissionshandel ist auch extrem manipulationsanfällig, potentiell höchst volatil und zur Blasenbildung tendierend, sowie in Abwesenheit wirksamer Sanktionsmechanismen ohnehin ein zahnloser Tiger. Darüber hinaus führen Maßnahmen des „Carbon Offsetting“ wie der Clean Development Mechanism häufig zur Ausbreitung von konzerngeführten Monokulturen und damit nur zur weiteren Dezimierung der ohnehin schon ständig schrumpfenden Biodiversität sowie der forcierten Vertreibung indigener  Bevölkerungen aus ihren Gebieten. Die Entwicklungsländer werden so zu „grünen Kläranlagen“ umfunktioniert, damit die Industriestaaten weiterhin ihr auf unendliches Wachstum und unersättlichen Ressourcenverbrauch ausgerichtetes Entwicklungsmodell vorantreiben können.

AktivistInnen erreichen mit einer Brücke aus Luftmatratzen das Gelände des Bella Centers

Dem entgegen forderten wir: „Climate Justice Now!

Leider lassen sich unsere Regierungen aber weniger von wissenschaftlichen Erkenntnissen oder vernünftigen Einsichten leiten als von den Interessen der großen Verschmutzer aus der Industrie sowie den nach neuen Spekulationsinstrumenten lechzenden Vertretern der Finanzwirtschaft. Da es also nicht bei guten Argumenten bleiben sollte, sondern ein weithin sichtbares Zeichen gesetzt sowie Druck auf die Regierungen ausgeübt werden sollte, zogen wir unter dem Motto „Reclaim Power“ zum Kongressgelände um dort symbolisch eine Versammlung der ErdenbewohnerInnen („People’s Assembly“) zu zelebrieren und wirkliche Lösungsansätze vorzubringen. Biosprit, Kernkraft und Gentechnologie sollte dabei eine Absage erteilt werden. Stattdessen forderten wir:

  • Ernährungs- und Energiesouveränität anstatt Abhängigkeit von transnationalen, Raubbau betreibenden Konzernen
  • das Belassen der fossilen Ressourcen im Boden (die direkteste und sicherste Methode der Vermeidung von Treibhausgasen)
  • offene Grenzen statt dem Ausbau der Festung Europa („neuer Mauerbau“)
  • Zahlung der ökologischen Schulden anstatt re-kolonialisierenden Vorschriften für den Süden
  • das Recht auf Selbstbestimmung der indigenen Bevölkerungen statt durch vermeintlich umweltfreundliche Maßnahmen bewirkte Vertreibungen

Zwar hatte die „Reclaim Power“-Aktion das erklärte Ziel, mittels friedlichen, zivilen Ungehorsams auf das Konferenzgelände vorzudringen. Letztendlich war das Eindringen in den Konferenzbereich aber nicht entscheidend. Denn bei der Aktion ging es vor allem darum, ein Zeichen zu setzen. Ein Zeichen dafür, dass wir die ungerechte und selbstgefällige Klimapolitik der Industriestaaten nicht mittragen, sondern ganz andere Lösungen fordern.

Gleichzeitig markierte die provokante aber friedliche Aktion wohl so etwas wie die Geburtsstunde einer globalen Bewegung für Klimagerechtigkeit.

Von der Ausdauer dieser Bewegung konnte man sich gegen Ende der Konferenz noch einmal überzeugen: Während im Bella Center die Karossen der Staats- und Regierungschefs einfuhren, ließen sich vor dem Konferenzzentrum bei klirrender Kälte und Schneefall reihenweise Menschen als Zeichen der Scham für diese egoistische und kurzsichtige Klimapolitik öffentlich die Haare scheren. Auch die Abschlussdemo am Freitagabend war trotz Minusgraden noch erstaunlich gut besucht.

Als Teil dieser Bewegung werden wir auch weiterhin Druck machen für Klimagerechtigkeit und ein faires Abkommen.

Nino David Jordan

Arche

Anscheinend wird neben dem Bella Center bereits eine "Arche" gebaut 😉

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Volksbegehren gegen Braunkohle retten

22. Januar 2009

grafik_keine-neuen-tagebaue_02STELLEN SIE SICH VOR, ES IST KLIMAABSTIMMUNG IN BRANDENBURG UND IHR
BEITRAG KANN ENTSCHEIDEND SEIN!

Bis zum 9. Februar kann Brandenburg gegen neue Braunkohletagebaue und damit für ein Ende der klimaschädlichen Braunkohleverstromung unterschreiben.
Noch fehlen viele Unterschriften, damit das Volksbegehren ein Erfolg wird.

GENAU SIE können gemeinsam mit 80.000 BrandenburgerInnen dafür sorgen, dass:

  • das Land seine klimaschädliche Kohlepolitik aufgibt.
  • Mensch und Natur nicht von neuen Tagebauen vertrieben werden.
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Terminhinweis: Kohle für wen? Klimagerechtigkeit in Berlin

15. Dezember 2008

Morgen gibt’s ne interessante Veranstaltung in Berlin, die nach Klimagerchtigkeit international und vor Ort fragt. In der Einladung heißt es zum Beispiel:

Zugleich ist bei dem Ruf nach ‚Klimagerechtigkeit‘ und nach einem Umbau der Energieversorgung in Berlin auch nach möglichen sozialen Folgen hier in Berlin selbst – etwa für Beschäftigte, AnwohnerInnen oder VerbraucherInnen – zu fragen.

Solche Veranstaltungen finden wir natürlich super!

WEED, BUND, BER, die klima-allianz & die BI ‚Nein zum Kohlekraftwerk‘ laden ein:

Veranstaltung: „Kohle für wen? Klimagerechtigkeit in Berlin“

Der globale Klimawandel schreitet voran, die internationale Klimapolitik kriecht nur im Schneckentempo – und große Energiekonzerne wie Vattenfall planen weitere neue Kohlekraftwerke. Anfang 2009 will Vattenfall bekannt geben, ob auch in Berlin ein riesiges neues Kohlekraftwerk gebaut werden soll. Ein solches Vorhaben wäre nicht nur ökologisch ein Desaster, sondern wäre auch aus Gründen internationaler Gerechtigkeit abzulehnen.

Die Veranstaltung „Kohle für wen?“ stellt das Konzept der ‚Klimagerechtigkeit‘ vor und wird die Folgen der Kohlekraftnutzung kontrovers diskutieren.

Termin: Dienstag, 16. Dezember 2008 ab 19:00

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Demos am 13.09. – E.ON und Vattenfall stoppen, Kohlekraftwerke verhindern!

9. September 2008

Die Klima-Allianz ruft zu zwei Demos in Brandenburg und Hessen auf. Hier der Aufruf:

Am kommenden Wochenende ist es soweit: tausende Menschen werden bundesweit gegen die geplanten 25 neuen Kohlekraftwerke und vor allem gegen die Klimakiller von Vattenfall und E.ON an den Standorten Staudinger (bei Hanau) und Jänschwalde (bei Cottbus) demonstrieren. Ob Menschen aus der Kirche, den Umweltverbänden, von attac, aus Jugend- und Entwicklungsorganisationen – gemeinsam werden wir ein klares Zeichen gegen die klimafeindliche Technologie von gestern setzen und Stromkonzernen für ihre Kraftwerkspläne die Rote Karte zeigen.
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Eingeschwärzte Grüne gegen Klimacamp

29. Juli 2008

Ein Hauch von Heiligendamm wird vom 15. bis zum 26. August in der Vattenfall-Hochburg Hamburg zu spüren sein, wenn ca. 2500 Aktivistinnen in Hamburg ihre Zelte auf dem Antirassismus- und Klimacamp 2008 aufschlagen. Damit der Protest nicht nur ein lauhes Lüftchen bleibt, sondern zu einem für BürgerInnen und PolitikerInnen spürbaren Sturm wird, sind in dem gemeinsamen Programm zahlreiche Informations- und Austauschveranstaltungen sowie Besetzungen und andere Aktionen des zivilen Ungehorsams geplant. Read the rest of this entry ?