Archive for the ‘Verkehr’ Category

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OECD: Biokraftstoffpolitik ist teuer und ineffektiv

23. Juli 2008

Die Politik zur Förderung von Biokraftstoffen in OECD-Staaten ist teuer, aus klimapolitischen Erwägungen eher ineffektiv und trägt zu steigenden Lebensmittelpreisen auf dem Weltmarkt bei. Das hört sich für uns zunächst nicht neu an. Allerdings erscheint uns diese Nachricht trotzdem berichtenswert, da es eine kürzlich erschiene OECD-Studie ist, die zu diesem Ergebnis kommt. Und die OECD ist bekanntlich nicht eine von den üblichen Verdächtigen, die Ökos oder Globalisierungskritikern besonders gewogen ist. Doch tatsächlich kam die OECD schon in ihrem 2007 erschienen Agriculture Outlook zu einem ähnlichem Ergebnis.

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Welt der Autos (1)

18. März 2008

feinstaub_verkehr_400q.jpgIch habe heute mit meiner Familie den Versuch unternommen nur mit öffentlichen Verkehrsmitteln sowie mit einem Kinderwagen und einem Rucksack zu den Großeltern aufs Land zu kommen. Als Städter musste ich mal wieder feststellen wie sehr die Infrastruktur ländlicher Regionen auf Spritschleudern ausgerichtet ist. Read the rest of this entry ?

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Biokraftstoffziel der EU in der Kritik

13. März 2008

biokraftstoffe-2.jpgBei einer Anhörung im Europäischen Parlament haben Experten in der letzten Woche unter anderem das 10%-Ziel für Biokraftstoffe der EU als zu beliebig kritisiert. Strittig blieb, ob es möglich ist durch die Formulierung von Nachhaltigkeitskriterien negative ökologische und soziale Effekte des Biokrftstoffziels zu verhindern oder nicht.

Eine neue Studie der Netherlands Environmental Assesment Agency (MNP) bezieht diesbezüglich klar Stellung: Biokraftstoffe können Nichts zur Nachhaltigkeit des Verkehrssektors beitragen! Auch wenn die Nachhaltigkeitskriterien noch so gut durchdacht sind, argumentieren die Autoren, werden sich negative Effekte wie z.B. steigende THG-Emissionen und der Verlust von Biodiversität einstellen. Die Studie der MNP stellt die erste externe Evaluation von Biokraftstoffkriterien dar, welche Eingang in den Vorschlag für eine EU Direktive zu Erneuerbaren Energien findet. Read the rest of this entry ?

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Klimaschützer im Konsumrausch

8. März 2008

Bei meinen Recherchen für einen Vortrag zu Klimawandel und Konsum bin ich über drei Dinge gestolpert, die mir zu Denken geben und die ich Euch nicht vorenthalten möchte

1. Der neue Trend aus den USA, von dem wahrscheinlich einige schon gehört haben, sind die LOHAS, also Menschen, die den Lifestyle of Happiness and Sustainability pflegen. Ihr Credo: Wer nicht konsumiert, verpasst es, unsere Gesellschaft hin zu mehr Nachhaltigkeit zu lenken. Da liegt es nur nahe, dass auf Internetplattformen wie lohas.de auch Autos wie der Lexus RX 400h mit Hybridantrieb gehypt werden. Nun können endlich auch SUV-Fahrer (s. Foto) ihr Gewissen beruhigen.

2. Am 2. April 2007 hat die Gesellschaft für Konsumforschung in Nürnberg eine Studie mit dem Titel „Klimawandel belebt Binnennachfrage“ veröffentlicht. Tenor: Das wachsende Umweltbewußtsein treibt den Konsum von nachhaltigen Produkten an.

3. Schaut man sich die CO2-Intensität unseres Wirtschaftens an, dann fällt auf, dass in vielen Industriestaaten die Menge CO2, die zur Erzeugung eines Dollars Bruttoinlandsprodukt aufgewendet werden muss, zwischen 1990 und 2004 deutlich gesunken ist – d.h.: Wir konsumieren immer nachhaltiger. Stellt man dem dieGesamt-CO2-Emissionen der Staaten gegenüber, ist die Bilanz allerdings enttäuschend: Wenn überhaupt, dann ist der Gesamtausstoß um deutlich weniger gesunken. Soll heißen: Wir konsumieren immer nachhaltiger, aber auch immer mehr. Wachstum frisst Nachhaltigkeit!

Irgendwie schräg, wenn angesichts dieser Zahlen der Klimawandel die Deutschen zu immer mehr Konsum antreibt, oder?

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Ich sehe den Wald vor lauter Autos nicht

5. März 2008

Eine neue Studie im Auftrag der Europäischen Umweltagentur fährt Sigmar Gabriel in die Parade: Die Forscher sehen im Verkehrssektor ein Haupthindernis beim Erreichen der Kyoto-Ziele. Dieser Sektor wachse nämlich überproportional stark und werde momentan auch nicht durch technische Innovationen auf einen umweltfreundlicheren Pfad gelenkt. Insbesondere hat die freiwillige Selbstverpflichtung der europäischen Autobauer seltsamer Weise nicht zu den geplanten Zielen geführt.

Professor McGlade, der die Studie mitverfasst hat, rät denn auch zu sofortigen Maßnahmen: „Der Verkehr war zu lange ein Trittbrettfahrer bei der Bekämpfung der Erderwärmung und der Kohlenstoffemissionen (…).Wir können weniger effiziente Verkehrsarten nicht weiter privilegieren“. Genau das sehen aber einige Politiker und die deutschen Autobauer ganz anders: Gabriel setzt sich zusammen mit Merkel für weniger strenge Grenzwerte bei der EU Kommission ein und Porsche sieht den Lebensstil seiner reichen Kunden in London durch eine höhere Maut gefährdet.

Natürlich muss den Autokonzernen nach ihrer gescheiterten Selbstverpflichtung mit strengen Grenzwerten begegnet werden. Während also die EU-Umweltminister (unter ihnen auch Auto-Gabriel) in Brüssel über Regeln zur Senkung des Spritverbrauchs von Neuwagen beraten, hat der BUND schon ein Konzept für europäische Verbrauchs-Limits bei PKWs vorgelegt. Dieses nimmt vor allem die schweren Premium-Segmente ins Visier, hier werden empfindliche Strafen fällig. Was die EU allerdings letztlich festlegen wird, bleibt abzuwarten. Das Treffen der EU-Umweltminister ging erst mal ergebnislos zu Ende.

Autos, Autos, Autos. Mal mit mehr, mal mit weniger CO2-Ausstoß. Was über diesen Zirkus hinaus endlich notwendig wäre und worüber in Zeiten einer möglichen Bahnprivatisierung nicht gern geredet wird, ist ein massiver Ausbau des öffentlichen Nah- und Fernverkehrs, um die strukturelle Vormachtstellung des Autos zu brechen. Im Nahverkehr muss die Taktung der Verbindungen erhöht und strecken erweitert werden. Gleichzeitig muss das Preisniveau gesenkt werden, um eine echte Alternative zum Auto zu werden. Erst recht in Zeiten steigender Ölpreise keine unmögliche Forderung. Und die Bahn als Fernverkehrsmittel muss auch dem öffentlichen Wohl dienen – nicht den großen Taschen einiger Aktionäre. Die Konkurrenz zu den Billigfliegern könnte leicht mit einer längst überfälligen Kerosinsteuer und der Einbindung in den Emissionshandel auf faire Ausgangsbedingungen gestellt werden. Kurzum: Etwas mehr gedankliche Turnübungen und Kreativität ist den sogenannten „Entscheidungsträgern“ schon zu wünschen, denn das Auto ist wahrlich nicht der Weisheit letzter Schluss.

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Den Bock zum Gärtner gemacht

5. Februar 2008

Nachdem es zwischen Deutschland und Frankreich in den vergangenen Monaten einigen Streit über die von der EU-Kommission vorgelegten CO2-Grenzwerte für Autos gegeben hatte, wollen nun die Umweltminister beider Länder gemeinsam einen Kompromiss erarbeiten. Gabriel und Borloo haben hierzu eine Arbeitsgruppe eingesetzt, die noch im Februar tagen soll und zum Ziel hat, ein gemeinsames Vorgehen zu entwickeln. Man wolle weg von der Konfrontationsstellung, beteuerte Gabriel. Gleichzeitig solle am Ziel der Kommission von 120 g CO2 pro Kilometer angeblich nicht gerüttelt werden.

Nun, man könnte hier anfügen, dass der erste Schritt zur Weisheit die Einsicht ist, aber so weit ist es dann doch noch nicht. Denn in der Arbeitsgruppe sitzen neben Vertretern der beiden Umweltministerien auch die Autokonzerne mit am Tisch – kritische NGOs müssen draußen bleiben. Der französische Umweltminister Borloo findet das auch konsequent:

„Wir wollen wirklich vermeiden, dass Interessengruppen sich einschalten und den Diskussionsprozess schädigen“.

Ja nun, dass die Autoindustrie schon mit am Tisch sitzt, schädigt den „Diskussionsprozess“ natürlich nicht, sondern kann nur als nützliche Bereicherung angesehen werden… Ein Schelm, wer Böses dabei denkt!